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Agave - Mescalplanze
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10-27-2009, 02:13 PM
Beitrag: #1
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Agave - Mescalplanze
Agave - Mescalplanze
Familie: Agavaceae (Agavengewächse) Verbreitung Mexiko und südwestliche USA. Aussehen Die Agave ist eine ausdauernde Pflanze mit dicken, fleischigen Wurzeln, aus denen die fleischige Blattrosette wächst. Die lanzett-, messer- oder speerspitzenförmigen Blätter laufen sehr spitz zu, haben meist einen gezackten Rand und eine sehr scharfe, hart verholzte Spitze. Am Ende der Lebenszeit treibt die Pflanze einen rispigen Blütenstand auf geradem, glattem Stengel aus. Die Bulbillen bilden sich in den Achseln der Tragblätter der Blüten. An einem Blütenstand können bis zu 4000 Bulbillen entstehen. Droge Verwendet wird Aguamiel (Honigwasser), der zuckerreiche Saft, der sich im Inneren der Pflanze (Pflanzenschaft) ansammelt. Wenn die Pflanze kurz davor ist, ihren Blütenstand auszutreiben, sammelt sich unterhalb der Blattkrone im Pflanzenschaft ein stark zuckerhaltiger Saft, der vermutlich durch Mikroben (Pseltdonlonas lindneri), wilde Hefen oder Pilze fermentiert. Die Pflanze bildet selbständig das gegorene Getränk, das unter dem Namen Pulque bekannt ist. Dieser Prozeß kann auch künstlich beeinflußt werden, indem ein Teil der Blätterkrone entfernt wird. Dann wird von der Pflanze weitaus mehr des berauschenden Saftes gebildet (ca. 2 Liter pro Tag). Die Agave kann insgesamt bis zu einem Monat lang täglich neue Pulque produzieren. Zubereitung und Dosierung der Agave Der Pflanzensaft wird entweder schon in Gärung gezapft oder in einem abgedeckten, aber nicht fest verschlossenen Bottich fermentiert. Pulque enthält 3 bis 4% Alkohol. Der Pulque wurden und werden verschiedene Pflanzen zur Verbesserung und Modifikation der psychoaktiven Wirkung zugefügt. Die nordmexikanischen Seriindianer kochen die schmalen Blätter der Agave ceritlata, zerkleinern sie und legen sie in den Panzer einer Meeresschildkröte. Darin werden sie mit einem Stein zerdrückt, so daß sich der Saft im Panzer sammelt. Nach wenigen Tagen ist der Saft fermentiert. Zum Trinken wird er mit Wasser verdünnt. Die Tarahumara stellen sugui oder tesgitino aus verschiedenen Agaven her. Dazu werden die Blätter in Wasser ausgekocht, die Agavenherzen (Meskalherzen) ausgedrückt oder die zerkleinerten Blätter ausgezogen. Die Gärung setzt von selbst ein. Schnäpse (Tequila, Mescal) werden entweder aus dem Pflanzensaft (agitariiiel) oder aus den gekochten und gemaischten Blättern destilliert. Die Yaquiindianer verstärken ihren Mescalschnaps mit den Blättern von Datura innoxia. In Mexiko ist es auch üblich, Mescal mit Marijuanablüten, Zucker und Chilischoten zu versetzen. Tequila lässt sich auch gut mit Damiana (Turnera diffussa) ansetzen. Der in den Mescalschnaps eingelegte Mescalwurm (eine ca. 5 cm lange Larve) soll, um eine psychoaktive Wirkung zu erreichen, komplett gegessen werden. Als wirksame Dosis gelten 2 bis 3 Würmer. Neuerdings werden in Kalifornien zuckerfreie Lollies hergestellt, in die ein Mescalwurm eingegossen ist. Medizinische Anwendung Zahlreich sind die volksmedizinischen Verwendungen der verschiedenen Agaven. Sie werden bei Wunden, gegen Schlangenbisse, Hautkrankheiten, Fußpilz, Geschlechtskrankheiten, Zahnschmerzen, Rheuma, Durchfall usw. benutzt. Inhaltsstoffe Agaven enthalten Saponine, Steroidsaponine, Hecogeninglykoside, sehr viel Zucker (bis 8%), Vitamin C, Polysaccharide und Mineralstoffe. In Agave arriericatia sind Saponin, ein scharfes ätherisches Öl, 0,4 bis 3% Hecogenin und Oxalsäure enthalten. Wirkung Reine Pulque wirkt ähnlich wie Balche, Chicha oder Palmwein. Allerdings fällt die erfrischende Komponente auf. Im Pulquerausch bleibt man klarer als im Bierrausch. Wenn die Pulque mit Psilocybe versetzt ist, wirkt sie nicht nur berauschend, sondern auch visionär. Besonders sollen sich Visionen von Schlangen einstellen. Quelle: Rätsch |
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