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Anadenanthera colubrina Cebil - Villca
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10-27-2009, 02:17 PM
Beitrag: #1
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Anadenanthera colubrina Cebil - Villca
Anadenanthera colubrina Cebil - Villca
Familie: Leguminosae (Hülsenfruchtgewächse) Aussehen Der nur 3 bis 18 Meter hoch wachsende Baum hat eine fast schwarze Rinde, die oft mit kegeligen Stacheln oder knotigen Schnüren besetzt ist. Die Blätter sind fein gefächert und bis zu 30 cm lang. Die weißgelblichen Blüten sind ballförmig. Die ledrigen, dunkelbraunen Fruchtschoten werden bis zu 35 cm lang und enthalten 1 bis 2 cm breite, sehr flache, rundliche bis rechteckige Samen von rotbrauner Farbe. Der Baum ist kaum von der nah verwandten Anadenanthera peregrina zu unterscheiden. Abends, in der Dämmerung, falten sich die gefiederten Blätter zusammen. Am nächsten Morgen öffnen sie sich wieder. An den Stengeln der Blätter gibt es kleine Drüsen, die eine süße Flüssigkeit ausscheiden. Bestimmte Ameisen werden dadurch angezogen und trinken den Nektar. Bei dieser Gelegenheit vernichten die Ameisen andere Schädlinge, die für den Baum gefährlich werden könnten. Der Baum wird oft mit anderen Arten aus derselben Familie verwechselt. Droge Die Samen - Semen Anadenanthera colubrina Zubereitung und Dosierung Die reifen Samen werden getrocknet und eventuell leicht geröstet, sodann möglichst fein zermahlen. Bereits 150 mg bis 0,5 g des Pulvers sind bei nasaler Applikation wirksam. 1 g (entspricht etwa dem Gewicht eines großen Samens) ist eine starke, visionäre Dosis. Zum Rauchen werden die reifen, getrockneten Samen leicht geröstet und grob zerstoßen. Etwa 5 bis 8 Samen werden, mit Schnittabak und eventuell den Blättern von Aromo vermischt, in eine Zigarette gedreht. Eine halbe Zigarette pro Person sollte reichen. Zur oralen Einnahme werden die Samen oder der daraus gepreßte Saft mit Chicha vermischt getrunken. Zwei bis drei Samen werden mit der Wurzel von Polypodium sp. in Wasser gekocht und getrunken. Die gekochten Samen können auch mit Honig vermischt gegessen werden; ein anderes Rezept nennt sechs zermahlene Samen, die mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Inhaltsstoffe Die Samen enthalten Tryptamine, vor allem Bufotenin das dem DMT sehr ähnlich ist. Wirkung Die Wirkung des Cebilschnupfpulvers hält ca. 20 Minuten an und umfaßt starke Halluzinationen, die oft nur schwarzweiß, seltener farbig erscheinen. Sie sind nicht oder nur in Ausnahmefällen geometrisch, sondern stark fließend und dezentralisiert. Sie erinnern deutlich an die Darstellungen der Tihuanacokultur. Geraucht wirken die Cebilsamen ebenfalls halluzinogen. Die Wirkung ist während ca. 30 Minuten sehr stark und klingt innerhalb von zwei Stunden völlig ab. Diese kurze Wirkdauer macht Cebil zu einer idealen Droge zur schamanischen Diagnostik. Die Wirkung beginnt mit einem Gefühl körperlicher Schwere. Nach etwa 5 bis 10 Minuten treten bei geschlossenen Augen visuelle Halluzinationen auf, die entweder wie Phosphene (entoptische oder endogene Lichterscheinungen, die in Form charakteristischer Muster vom "inneren Auge" gesehen werden) erscheinen oder wurmund schlangenartig ineinandertließen. Weniger häufig treten symmetrische, kristallographische Halluzinationen auf. In seltenen Fällen kommt es zu starken Visionen mit Wirklichkeitscharakter (Flugerlebnisse, Reisen in andere Welten, Tierverwandlungen). Es hat sich gezeigt, daß es sinnvoll ist, vor dem Rauchen oder Schnupfen Coca (Erythroxylum coca) zu kauen (oder etwas Kokain zu schnupfen). Die Visionen werden klarer, und mögliche Nebenwirkungen bleiben aus. Quelle: Rätsch |
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