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Bibelmedizin
12-21-2008, 08:00 PM
Beitrag: #1

Bibelmedizin

Professor Fred Rosner vom Mount Sinai Hospital in New York hat als Arzt und Rabbi ausgiebig nach medizinischen Inhalten in der Bibel gesucht. Sein Resümee: "Von den 613 Vorschriften der Bibel beziehen sich 213 auf die Gesundheit."
Eine ergiebige Bibelquelle für medizinische Weisheiten ist das Buch Jesus Sirach, das 180 v. Chr. von "Jesus, Sohn Eleasars, des Sohnes Sirachs" verfasst wurde. Von ihm stammt der bekannte Spruch: "Besser arm und gesunde Glieder als reich und mit Krankheiten geschlagen." Er wusste auch, dass Grübeln krank machen kann. "Mein Sohn, prüfe dich in deiner Lebensweise, beobachte, was dir schlecht bekommt, und meide es! Denn nicht alles ist für alle gut."

Hygiene war übrigens für die Bibelautoren nicht verhandelbar: Vor und nach dem Essen hat man sich mit Öl oder Wasser die Hände zu waschen, Gläser müssen vor und nach dem Trinken gereinigt werden.

Im Buch Jesaja wird ein Heilmittel bei Geschwüren angeboten: Nämlich "ein Pflaster von gepressten Feigen". Dass die beliebte Maulbeerfrucht vom Mittelmeer die Wundheilung beschleunigen könnte, ist aufgrund ihrer Gerbstoffe und B-Vitamine nachvollziehbar. Die Feigen kommen natürlich nicht direkt auf die Wunde, sondern werden nach dem Zerpressen in ein Leinentuch eingewickelt. Dieser Breiumschlag wird dann mit Handtüchern am Körper fixiert.

Stillenden Müttern rät die Bibel, weder Hopfen noch Kürbis noch Fische zu verzehren. In Bezug auf Kürbis und Fisch sind diese Ratschläge sicher überholt.

Der Tipp mit dem Hopfenverzicht ist dagegen aktuell. Denn die bekannte Heilpflanze enthält große Mengen an Phytoöstrogenen, die den Milchfluss hemmen können.

Heilpflanzen bilden den größten Teil der biblischen Arzneien. In der Prophezeiung Hesekiels heißt es von den Uferbäumen der Flüsse: "Ihre Frucht wird zur Speise dienen und ihre Blätter zur Arznei." So wurde Fleisch, um es verdaulicher zu machen, mit Bitterkräutern gewürzt.

Als weitere Heilpflanzen werden in der Bibel Myrrhe, Zimt, Minze, Kalmus und Ysop genannt. Die einzelnen Kräuter wurden oft miteinander vermischt. Die gängige Zubereitung war das Aufkochen in Wasser, oder aber die Pflanzen wurden pulverisiert und danach in Wein aufgeschwemmt.

Eine Zubereitung, die aus pharmakologischer Sicht durchaus Sinn macht: Denn viele Pflanzenwirkstoffe sind wasserunlöslich und können in unserem Körper nur in Aktion treten, wenn das Kraut mit Öl oder Alkohol verarbeitet wurde.

Quelle: Frankfurter Rundschau
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