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Eisenhut, Sturmhut - Aconitum napellus
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10-27-2009, 02:12 PM
Beitrag: #1
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Eisenhut, Sturmhut - Aconitum napellus
Eisenhut, Sturmhut - Aconitum napellus
Familie: Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse) Der Eisenhut, Akonit, war im Altertum ein gefürchtetes Gift, das mit der legendären colchischen "Hexe" Medea und der düsteren Unterwelt assoziiert wurde. Die Pflanze soll aus dem Geifer des Höllenhundes Kerberos entstanden sein. Verbreitung des Eisenhuts Von Italien bis nach Island, von Spanien bis in den Himalaya. Bevorzugt subalpine Lagen. Aussehen des Eisenhuts Die ausdauernde, krautige Pflanze wird bis 150 cm hoch. Die 5- bis 7fach geteilten Blätter sind tief eingeschnitten. Am Ende des Stengels bildet sich der üppige Blütenstand (endständige Trauben) mit dunkelblauen, helmförmigen Blüten. Der Ausguß der Blüte hat exakt die Gestalt einer Hummel. Die Hummel ist auch der wichtigste oder vielleicht sogar einzige Bestäuber der Pflanze. Die Balgfrüchte sind mehrsamig. Die Blütezeit ist von Juni bis August. Die Pflanze bildet jedes Jahr eine neue knollige Wurzel aus, während die des Vorjahres abstirbt. Aconitum napellus kann sehr leicht mit Aconitum ferox und vielen anderen Aconitum spp. verwechselt werden. Pharmazeutisch gesehen ist dies nicht weiter schlimm, da die meisten AconitumArten sehr ähnliche Wirkstoffe enthalten. Manche Menschen verwechseln den Sturmhut auch mit dem Rittersporn. Droge Wurzel und Kraut. Die Drogen dürfen nicht länger als ein Jahr aufbewahrt und benutzt werden. Zubereitung und Dosierung des Eisenhuts Das getrocknete Kraut kann geraucht werden. Über Dosierungen ist allerdings nichts bekannt. Es muß dringend vor dem unsachgemäßen Gebrauch dieser Pflanze gewarnt werden! Bereits beim Pflücken der Blätter können die Wirkstoffe in den Körper gelangen und zu unerwünschten Vergiftungserscheinungen führen. Bereits 3 bis 6 mg Aconitin, dem entsprechen oft nur wenige Gramm des getrockneten oder sogar des frischen Pflanzenmaterials, sind für Erwachsene tödlich. Oral aufgenommen, können bereits 0,2 mg Aconitin toxische Erscheinungen auslösen. Obwohl die Pflanze als sehr giftig gilt, werden in Island die Blüten von Kindern wegen ihrer Honigsüße gegessen. Medizinische Verwendung des Eisenhuts Volksmedizinisch hat der als starkes Gift gefürchtete Eisenhut keine große Bedeutung gewonnen. In der westlichen Phytotherapie werden Eisenhuttinkturen zur Schmerzlinderung bei Gicht, Ischias und Neuralgien und zur Behandlung aufkommender fiebriger Erkältungen äußerlich, seltener innerlich verwendet. In der Homöopathie wird der Eisenhut ab D3 entsprechend dem Arzneimittelbild u.a. bei nervösen und psychischen Leiden, z.B. Folgen von Ärger, Schreck, Aufregung und Neuralgien, benutzt. Inhaltsstoffe Eisenhut enthält die Alkaloide Aconitin, Mesaconitin, Hypaconitin, Napellin, N-Diethylaconitin und Aconitinsäure. Die Wurzelknollen enthalten reichlich Diterpenoid-Alkaloide vom sogenannten Aconitintypus (0,3 bis 2,0%). Aconitin findet sich auch in den Honigdrüsen des Eisenhuts. Möglicherweise kann dadurch ein psychoaktiver Honig entstehen. Wirkung Auf die Haut aufgetragen, soll Eisenhut Kribbelgefühle und Halluzinationen auslösen können und soll aus diesem Grund auch eine wichtige Zutat der Hexensalben gewesen sein. Er soll das Gefühl vermitteln, ein Pelz- oder Federkleid zu tragen. Die Beschreibung des Wirkungsverlaufes einer Eisenhutvergiftung klingt nicht gerade verlockend: Im Anschluß an Prickeln und Brennen tritt Vertaubung und das Gefühl der Lähmung in der Zunge und um den Mund herum auf, so daß das Sprechen schwerfällt. Resorptiv zeigt sich schon bald nach der Giftaufnahme als besonders charakteristisch das Gefühl von Kribbeln und Ameisenlaufen in Fingern, Hand und Füßen, manches Mal Zuckungen im Gesicht, später Lähmung der Gesichtsmuskeln. Weiter stört den Vergifteten besonders ein unerträgliches Kältegefühl (das Gefühl von „Eiswasser in den Adern“) mit Untertemperatur, bedingt durch Erregung von Kältezentren. Darauf folgt Gefühllosigkeit, Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen, erschwerte Atmung. Grünsehen, Schwindel, Ohrensausen, Trigeminusschmerzen wurden beobachtet. Übelkeit und Erbrechen können auftreten, aber auch fehlen, ebenso Durchfälle und gesteigerte Harnflut. Unter Atem- und namentlich eigentümlichen Herzstörungen kann es zu Bewußtlosigkeit, Herz- oder Atemtod kommen. Doch kann auch das Bewußtsein bis zum Tode, der unter Umständen schon im Verlauf der ersten Stunde eintritt, erhalten sein. Im Mittelalter wurden nur besonders schwere Verbrechen mit einem Tod durch Eisenhut geahndet. In der Antike war der Eisenhut ein beliebtes Pfeilgift. Quelle: Rätsch |
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11-30-2010, 02:52 AM
Beitrag: #2
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Re: Eisenhut, Sturmhut - Aconitum napellus
Muß man bei der Aussaat irgendetwas berücksichtigen?
Meine Samen wollen irgendwie nicht keimen, benötigt der Samen Frost und welche Böden bevorzugt er? Ein Bekannter meinte derartige Giftpflanzen seinen in deutschen Gärten nicht mehr legal, ist da etwas dran? Besten Dank Der Zauberer |
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11-30-2010, 09:51 AM
Beitrag: #3
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Re: Eisenhut, Sturmhut - Aconitum napellus
Doch, sie sind legal. Der Eisenhut wurde nur aus unseren Gärten und Parks verbannt, weil eine große Angst vor Vergiftung besteht. Eisenhut ist ja bereits schon bei Berührung giftig, wobei dabei etwas übertrieben wird.
Ich selber habe den Eisenhut aus meinem Garten entfernt und in relativ unberührte Natur verpflanzt. Da in meinem Garten öfters auch Kinder sind, die gern mal ein paar Blätter naschen, war es mir einfach zu gefährlich. Zu der Vermehrung durch Samen kann ich nichts schreiben. Nur soviel, dass sich mein Eisenhut nie durch eignene Aussaat vermehrt hatte. Es kam immer nur im Frühjahr die Pflanze vom Vorjahr zum Vorschein. |
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